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Hört die Geschichte, die sich zutrug
in einem Haus bei Neuruppin:
Drei Schwestern reisten in die Ferien,
man sah die Gänseblümchen blühn.

Drei Schwestern hatten einen Diener,
der sie bediente manches Jahr
und doch am Ende seiner Tage
ein armer Hund geblieben war.

Die Damen dick, der Diener fleißig,
die Schwestern stark, der Diener matt,
im Jahre achtzehnachtunddreißig
da hatten sie sich plötzlich satt.

Es stiegen hoch sehr dunkle Triebe,
ach wie verkehrt ist diese Welt;
am Abend geht es um die Liebe,
am Morgen geht es um das Geld.

 

Theatergruppe Echzell
Das Programm \ Wir haben gespielt (Wir spielen / Wo wir spielen)

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Premiere am 27.4.2002 im "Stern":
Fisch zu viert

Ein Moritatsachenbericht
über eine höchst beklagenswerte Affäre im 19.Jahrhundert und im Märkischen bei Neuruppin
von Wolfgang Kohlhaase und Rita Zimmer

Border

Aus der Rezension der "Wetterauer Zeitung":

Dreißig Jahre lang hat es Diener Rudolf bei den drei betuchten Berliner Brauerei-Töchtern im hochherrschaftlichen Hause Heckendorf ausgehalten. Jeden Wunsch las er Charlotte, Cäcilie und Clementine von den Augen ab, war ihnen diskret auch nächtens zu Diensten und nicht abgeneigt, eines Tages eine jede zu beerben. Ergraut, gesundheitlich angeschlagen und tief gedemütigt will Rudolf schließlich seiner Domestikenrolle bei den nicht mehr ganz taufrischen Jungfern entfliehen. Für die geplante Weltreise braucht er allerdings die versprochene Mitgift der drei Damen. Doch die vereinsamten höheren Töchter wollen sich keinesfalls zu Lebzeiten von ihrem Geld trennen - dann schon eher von Rudolf. Als gegenseitige Erpressungen nichts fruchten, ersinnt man handfestere Methoden, um einander stillschweigend loszuwerden. Beim sonntäglichen Fischschmaus nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Szene1
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"Fisch zu viert" nannten vor 25 Jahren der heute 70jährige Ostberliner Erfolgsautor Wolfgang Kohlhaase und Rita Zimmer ihren "Moritatsachenbericht". Ihnen war damit eine sprachlich feinsinnige, geradezu lyrische und moralisierende Tragikomödie geglückt, deren Siegeszug über deutsche Bühnen ungebrochen scheint. Unter der bewährten Regie von Christa Wagner nahm sich jetzt auch die Theatergruppe Echzell des atmosphärisch dichten Vierpersonenstücks an - und traf einmal mehr ins Schwarze.
Nahezu unmerklich braute sich in der Intimität des Gettenauer "Stern" aus scheinbarer Sorglosigkeit absehbares Unheil zusammen, verdichteten sich vage Gedankenspielereien zu makabrem Ernst. Brillant nicht nur die Vorlage, sondern auch die ausdrucksstarke Echzeller Bühnenprojektion.
Mit viel Gespür fürs Detail hatte das renommierte Amateurtheater selbst unter äußerst erschwerten räumlichen Bedingungen ein Ambiente geschaffen, wie es gediegener kaum erdacht werden könnte. Die makellose Symbiose aus Licht, Ton, Bühnengestaltung, Kostümen und Maske entführte aus Raum und Zeit hinein in die Bigotterie eines Dreimädelhauses im tiefen Preußen. Ein großartiges Comeback feierte Gisela Oswald als überlegen kalkulierender Familienvorstand Charlotte, derweil Kersten Michel in der Rolle der verhärmten Cäcilie und Debütantin Sabine Weigandt als naives Nesthäkchen Clementine das beklemmende Dreigestirn hervorragend komplettierten. Inmitten so viel eigenwilliger Weiblichkeit behauptete sich ein mittelgescheitelter Wieland Arnold als hüstelnd geknechteter Rudolf wunderbar galant bis bissig. Die Moritat vom schauerlichen Fisch für Vier rundete Christa Wagner an der Drehorgel einfühlsam ab...(hau)

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Das Team:

Clementine Heckendorf Sabine Weigandt
Cäcilie Heckendorf Kersten Michel
Charlotte Heckendorf Gisela Oswald
Rudolf Moosdenger Wieland Arnold
Moritatensängerin Christa Wagner
Regie Christa Wagner
Regie-Assistenz Helmut Müller
Souffleuse Bärbel Lenz
Technik Gerd Wagner, Frank "Joe" Graf
Maske Jessica Curtis, Julia Wynoradnyk
Frisuren Ruth Müller
Requisite Jürgen Scheibel, Helmut Müller, Christa Wagner

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